Der stellvertretende Vorsitzende des gemeinsamen Pfarrgemeinderates der Pfarreien Rothenburg und Gebsattel, Dr. Friedrich Weinschrod, erinnerte daran, dass die beiden Pfarrgemeinden schon sehr lange intensiv und gut zusammenarbeiten. Weil das Rothenburger Pfarrzentrum nicht mehr haltbar gewesen sei, so Dr. Weinschrod, konnten keine größeren Veranstaltungen mehr in der Reichsstadt abgehalten werden. Das Gemeindezentrum in Gebsattel mit dem großen Laurentiussaal sei deshalb ein sehr wichtiger Versammlungsort.
2014 sei dann der Beschluss im Pfarrgemeinderat gefallen, die Sanierung anzugehen, nachdem die Erzdiözese die Zusage gegeben hatte, 65 Prozent der Kosten zu übernehmen. Für die Sanierung habe das Amt für ländliche Entwicklung einen Zuschuss in Höhe von 21.000 Euro gegeben und der Laurentius-Verein, der die Pfarrgemeinde unterstützt, hat 30.000 Euro beigesteuert. Weitere 15.000 Euro hat die politische Gemeinde Gebsattel als Zuschuss gegeben und sowohl die VR-Bank wie auch die Sparkasse haben jeweils 2000 Euro gegeben, so berichtete Dr. Weinschrod.
Die Bauleiterin Elisabeth Stammler berichtete im Rahmen der Einweihung, dass vor fünf Jahren mit den ersten Planungen zu Sanierung des Pfarrsaals, in dem zeitweilig auch der Kindergarten beheimatet war, begonnen wurde. Erste Schätzungen waren von Kosten von 108.000 Euro ausgegangen, jetzt wird mit Kosten in Höhe von 320.000 Euro gerechnet. Die Mitglieder der Pfarrgemeinde Gebsattel haben über 1000 Stunden unentgeltliche Arbeit geleistet. Am 6. Mai 2017, so blickte sie zurück, wurde der Startschuss für die Sanierung mit einem ersten Arbeitseinsatz der ehrenamtlichen Helfer gegeben. An vielen Samstagen sei Schutt herausgeräumt worden und dies zeige, dass das große Potential der Pfarrgemeinde Gebsattel die gute Gemeinschaft sei. Stammler drückte auch den Wunsch aus, dass mit den sanierten Räumlichkeiten auch die ökumenischen Begegnungen in Gebsattel ausgebaut werden können.
Gebsattels Bürgermeister Gerd Rößler gratulierte in einem Grußwort zur Einweihung und unterstrich die Bedeutung des Pfarrsaals. Menschen brauchen, so der Bürgermeister, Orte zur Begegnung und zum Zusammenkommen. Gerade die Kirchen prägen die sehr stark die Gemeinschaft, so Rößler, und mit der Sanierung des Laurentiussaals werden deutlich, dass die Geschichte weiter geht. Auch die evangelische Pfarrerin Andrea Rößler unterstrich, dass sich in dem Gemeindesaal eine Menge Leben abspiele und die vorübergehende Unterbringung einer Kindergartengruppe mache dies überdeutlich. Mit dem sanierten Pfarrsaal mache die Pfarrei deutlich, so Pfarrerin Rößler, dass sie mitten im Leben bei den Menschen sein wolle. Die Räumlichkeiten sollen, so die Geistliche, ein Ort der Geborgenheit und des Auftankens sein.
Harald Sassik, der sowohl Pfarrer von St. Laurentius in Gebsattel als auch von St. Johannis in Rothenburg ist, segnete die Räume und dankte allen ehrenamtlich Engagierten für ihren Einsatz. Musikalisch wurde die Einweihung von dem Musikverein Gebsattel ausgestaltet. An die Einweihung schloss sich ein Gemeindefest in den frisch renovierten Räumen an. Und damit wurde der Appell von Dr. Weinschrod, dass die Gemeinde die Räume mit Leben füllen solle, schon gleich nach der Einweihung beherzigt.
Dieser Bericht erschien im Heinrichsblatt Nr. 39 zum 29. September 2019. Autor: Alexander Biernoth