In der Marienkirche zu Kobolzell, unterhalb der Altstadt von Rothenburg, wurde an Mariä Himmelfahrt 2025 ein besonderer Gottesdienst gefeiert. Viele Kräuterbuschen wurden gesegnet und der neue Freundeskreis Kobolzell konnte vorgestellt und zahlreiche Gäste im Garten mit einen Glas Sekt begrüßt werden.
Die Predigt von Dekan Harald Sassik stand ganz im Zeichen der Marienstatue im Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert. Maria als Patronin, die so viel freundliche Ruhe ausstrahlt. Früher suchte man heilige Orte auf, veranstaltete Wallfahrten, heilig war eine Kraftquelle. Heute will das auch so sein! Die Marienkirche soll auch in Zukunft ein Ort der Ruhe in unruhigen Zeiten sein, wie es in einem Kirchenlied heißt: „O lass im Hause dein, uns all geborgen sein“. Die kleine Kirche am Weinberg ist ein Ort der Ruhe und ein Denkmal von überregionaler Bedeutung mit einer bewegten Geschichte.
Im Jahre 1472 an der Stelle eines Marienheiligtums gebaut, wurde sie im Bauernkrieg geplündert. Danach stand sie leer. 1804 wurde sie zum Abbruch verkauft. Der Käufer nutzte sie für Gerberei- und Färberzwecke, als Wagenremise und Wohnung. Der bayerische König Max II. kaufte das völlig heruntergekommene Gebäude zurück und übergab es der katholischen Pfarrgemeinde. 1860 wurde die Kirche wieder geweiht.
Heute wird sie vornehmlich zu Maiandachten und Hochzeiten genutzt.
Vor etlichen Jahren wurde die Sommerkirche in dieser Kirche eingeführt, dann folgte die sonntäglich regelmäßige Kirchöffnung von Juni bis September (14.00 -16.00 Uhr), dank des Engagements zahlreicher Ehrenamtlicher.
Ein weiterer Schritt ist nun die Gründung des Freundeskreis Kobolzell. In Zeiten in denen Fördermittel weniger werden, soll dieser Freundeskreis weiterhelfen. Sein Ziel ist die Erhaltung der Kirche mit ihrem Erscheinungsbild, den Figuren und der kleinen Rokoko-Orgel. In der besonderen Atmosphäre der kleinen Kirche sollen weiterhin Gottesdienste, aber auch andere kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen angeboten werden. Das Programm 2026 dazu steht.
Das gesamte Jahresprogramm ist ersichtlich unter: st-johannis-rothenburg.de
Hier ein paar Besonderheiten:
Im Mai finden die Maiandachten statt. Die letzte feierliche Maiandacht am 31.05.26 um 19.00 Uhr wird besonders gestaltet: Carmen Kastner spielt Orgelimprovisationen über bekannte Marienlieder.
„Offene Tür am Sonntag“: Ab Juni bis September ist die Kirche an den Sonntag Nachmittagen wieder für Besucher geöffnet (14.00-16.00 Uhr).
Zu Mariä Himmelfahrt am 15.08.2026 lädt die Pfarrgemeinde zum Hochamt um 19.00 Uhr ein. Im Anschluss daran bekommt jeder Gottesdienstbesucher ein Glas Sekt.
Zur Kirchweih Kobolzell: Am Sonntag 27.09.2026 um 17.00 Uhr gibt es eine Überraschung: Landeskirchenmusikdirektor em. Prof. Ulrich Knörr hat zugesagt, ein Konzert auf der Nößler-Orgel zu spielen.
Im Rahmen der Rothenburger Wanderwoche erklingt zusätzlich an den beiden Sonntagen 11.10. und 18.10.26 um 15.00 Uhr jeweils 30 Minuten Orgelmusik.
NEU! Ab Mai 2026 gibt es in der Kirche die Möglichkeit Opferlichter anzuzünden.
Ganz im Sinne dieses marianischen Wegspruches:
„Wanderer komm´ gern heran,
und zünde eine Kerze an.
Wer sorgt denn so, wie ich für Dich?
Drum werde still und grüße mich!“